Urlaub Leutasch 2018 – Ein kleiner Weg durch die Kindheit

Guten Morgen liebe Gemeinde,

jetzt, nachdem es gestern endlich mal etwas abgekühlt hat, habe ich mich aufraffen können, die letzten Bilder zu bearbeiten.
Hat ja auch lang genug gedauert. Eigentlich wollten wir ja diese Woche auch noch einiges unternehmen, aber die etwas erhöhte Außentemperatur hat uns da gehörig einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Dank der schönen Abkühlung am Donnerstag Abend konnte ich nun denn endlich die Bilder fertig bearbeiten. Bei weitem noch nicht alle, aber schon mal so viele, dass es für einen Blogbeitrag reicht.

Wie ihr ja vielleicht schon gewusst habt, haben wir eine Woche Urlaub in der Leutasch in Tirol gemacht. Mit der Leutasch verbinde ich selbst einen großen Teil Kindheit, da wir dort in den frühen 90ern jedes Jahr 3 Wochen im Urlaub waren und wir somit mit den Einheimischen auch sehr gut bekannt waren und uns dort natürlich auch aus kannten. Wir Kinder konnten eigentlich unbeaufsichtigt durch den gesamten Ort laufen, wie Daheim eben auch. Wir wussten wo alles war und wie wir heim kamen. Gegen Ende der 90er tat sich allerdings schon ein Umbruch dort auf. Die Welt wurde für Fernreisen immer offener und die Leutasch bekam andere Oberherren. Viele Stammgäste kamen nicht mehr, weil sie entweder zu alt wurden oder den Rest der Welt für sich entdeckten. Wir selbst kamen auch nicht mehr aus verschiedenen Umständen die sich ergaben. Ich selbst war zuletzt glaube ich 2002 für einen Tagesausflug mal kurz im Dorf. Also auch schon ein paar Tage her. 😉

Die Leutasch bietet sich sehr gut als Ausflugsstartpunkt an. Von dort aus ist man schnell wieder in Deutschland und im ganzen garmischer Gebiet, sowie in Innsbruck und im Ötztal. (Wenn man ein Auto hat, das den Zirler Berg bewältigt, aber dazu später mehr ^^)

Ich konnte uns eine kleine Ferienwohnung im „Haus Katrin“ organisieren. Dort haben wir schon in den 90ern unsere Wohnung gehabt und durch einen kleinen Zufall haben wir sogar genau unsere alte Ferienwohnung bekommen.
Beim betreten des Hauses kam ich mir schlagartig in die Kindheit zurückversetzt. Hier hatte sich NICHTS geändert. Der selbe Flur, die selben Bilder, sogar der selbe, vertraute Geruch, kein schlechter Geruch.. eher wirklich, so wie man es halt erwartet hatte, wohlig, vertraut, heimelig.
Die Vermieterin und ich wir hatten natürlich erstmal einiges zu erzählen, zumal sie mich ja zuletzt als 10 jähriges Gör gesehen hat.
Die Wohnung war etwas umgebaut worden aber trotzdem war es für mich direkt alles vertraut. Auch die extrem laute Backofenuhr sowie der kleine Mini-Blumen-Handtuchhalter im Bad. Alles wie gehabt. ^^

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Zuersteinmal sind wir fix einkaufen gefahren um alles fürs Frühstück zu holen (außer die Frischen Zeilen, die gibts morgens vom Bäcker 😉 )
und dann haben wir den Ort erkundet. Ich wollte natürlich wissen, was sich alles geändert hat. Ich war ein bisschen erschrocken. Vieles war noch so wie es war. Natürlich. Aber einiges hatte zu. Ob jetzt nur über den Sommer und ob es dann für die Ski-Saison wieder eröffnet, war mir nicht klar. Aber der blühende Urlaubsort, wie ich ihn in Erinnerung hatte, war es leider nicht mehr.
Abends hatten wir dann das Highlight für mich. Durch Zufall war meine alte Ferienfreundin, mit der ich schon vor 20 Jahren immer gleichzeitig dort war, auch dort auf Urlaub und natürlich haben wir diese Gelegenheit genutzt und uns zum Essen getroffen. Der Funke sprang sofort über und unsere Männer verstanden sich auch miteinander 😀 Besser kann’s ja gar nicht laufen.

Der nächste Tag führte uns in Richtung Seefeld.
Seefeld baut gerade für die Alpin-WM 2019 einmal den ganzen Ort von Links nach Rechts um. Ärgerlich und nervig, weil man von einer Baustelle in die Nächste fährt und von einer Umleitung in die Andere. Aber irgendwie haben wir unser Ziel dann doch erreicht und ENDLICH konnte ein Kindheitsmysterium gelöst werden.

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Diesen Ausblick kenne ich nun schon seit Jahrzehnten und als Kind fragte ich mich immer, was das Gebäude auf dem Rechten Berg nach dem geschlängelten Hang ist. Hier leider nur ganz klein zu sehen, steht ein schräges, weißes Gebäude und es plagte mich als Kind die Frage, was dieses war.
Dieses Jahr sollte ich es herausfinden.
Es ist die Rosshütte links und die Härmelekopfbahn rechts. und die Gondel fährt einmal quer über diese Schlucht ^^
Zur Rosshütte hoch sind wir gemütlich mit der Zahnradbahn (da oben ist natürlich auch komplett Baustelle und der Panoramaweg ist natürlich auch gesperrt, weil wegen WM 2019 und so -.-) und von dort aus sind wir dann mit der Gondelbahn zum Härmelkopf rüber. Hier oben wurden die Temperaturen auch direkt angenehmer und ein toller Blick über Seefeld und das Leutaschtal tat sich auf.

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Rechts unten der kleine See ist der Kaltwassersee. Hier hätten wir aufsteigen können zum Härmelekopf selbst, dieses haben wir aber wohlweißlich unterlassen, da wir selbst nicht die trainiertesten sind und uns die derzeitigen Werte auch noch extrem aufs Asthma schlugen und als ungeübte Wanderer werde ich nicht anfangen wild auf irgendwelchen Gipfeln rumzukraxeln (zumal wir Ausnahmsweise an dem Tag keine Wanderschuhe anhatten, weil diese Bergfahrt eigentlich nicht geplant war). Dies sollten andere Urlauber zwar auch mal beherzigen und aufhören mit Schläppchen und dünnen Sneakern wie Chucks und co. da rum zu turnen.

Mit einem wahnsinnig tollen Ausblick belohnt fuhren wir wieder zurück zur Rosshütte und dort griff ich die Gelegenheit beim Schopf und pirschte mich an die friedlich weidende Kuhherde.  Sie sind Touristen eh gewohnt und ich ging mit ordentlich Respekt auf die Dame meiner Wahl zu. Sie ließ mich sogar gewähren, nachdem ich sie vorsichtig angefangen habe auf der Stirn zu schubbeln, fing sie an mich als Salzleckstein zu missbrauchen und schwupps hatte sie den kompletten Unterarm im Mund und knabbste genüsslich darauf rum. Gut, dass ich immer Babyfeuchttücher im Rucksack habe ^^

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Wieder unten angekommen striffen wir noch etwas durch Seefeld und sind dann aufgebrochen um noch Innsbruck zu erkunden. Innsbruck ist wie jede andere Touristenhochburg auch. Voll, überlaufen und warm.
Verschwitzt und müde von der Wärme gingen wir gemütlich zurück zum Auto und ich steuerte und wieder zielsicher Richtung Leutasch. Natürlich wieder den Zirler Berg hoch. Dieser Berg ist mit 16% Steigung über mehrere Kilometer eine Herausforderung für jeden Kleinwagen. Aber stetig kletternd zog er sich eifrig mit 45-50km/h den Berg hinauf. Ich war durchaus stolz auf meine Möhre ^^

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Der nächste Tag führte uns auf die Deutsche Seite. Wir fuhren Richtung Garmisch und Eibsee. Heute auch mit richtigem Schuhwerk (zumindest im Kofferraum^^)
Erst haben wir ein bisschen Garmisch und Partenkirchen erkundet und dann sind wir gut hoffend (der Himmel sah nämlich nicht so aus) in Richtung Eibsee aufgebrochen. Dort stellten wir uns auf einen der Großparkplätze für die Zugspitze (Die neue Zugspitzbahn beginnt ja direkt dort) und schnappten uns die Wanderschuhe. Gemütlich brachen wir auf über einen ganz angenehmen und gut ausgebauten Spazierweg ca. 7,5km rund um den Eibsee. Zwischendurch wurden wir mit atemberaubenden Ausblicken auf die Zugspitze belohnt.

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(wenn ihr euch die Bilder auf FLICKR anschaut, dann werdet ihr in der besseren Qualität die gesamte Imposanz dieses Bergmassivs genießen können)

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Abends wurden wir dann doch noch von einem Gewitter gestriffen, dieses kam aber nicht über Garmisch hinaus. Wir haben eigentlich nur die Blitze gesehen.

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Der Freitag führte uns noch ganz früh in die Leutascher Geisterklamm. Gut, dass wir so früh waren, denn als wir uns schon wieder auf dem Rückweg befanden, wurden wir von den Touristenmassen erschlagen. Die Klamm gab es so noch nicht, als wir in den 90ern dort im Urlaub waren und wir hatten Glück, dass die Klamm nach den schweren Unwettern die im Vorfeld in Mittenwald herrschten, schon wieder geöffnet war, denn die Partnachklamm war bis letzten Montag noch geschlossen.

Vom Parkplatz Leutasch aus, geht man gemütlich zum Anfang des Klammsteigs. Empfangen wird man vom Klammgeist, der uns auf ein paar Tafeln in geringen Abständen seine Sage näherbringt. Lieb gestaltet und sehr Familienfreundlich.
Den ganzen Klammweg entlang sind kleine Stationen aufgebaut, an denen gelauscht und gelesen werden kann, was diese Klamm zu dem Macht was sie ist: Ein Naturwahrzeichen. Woher kommt das Gestein, wie klingt die Klamm, warum ist die Klamm so , wie sie ist. Über einen gut gesicherten Metallsteg klettern wir am Klammrand

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Das Atemberaubendste war natürlich der Wasserfallsteig. Der befindet sich am Mittenwalder Eingang in die Klamm und kostet 3 Euro Eintritt. Dieser ist auch im Winter absolut nicht begehbar.

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Zurück sind wir dann wieder hinaufgestiegen zum Gasthaus Gletscherschliff und sind dann, nicht den großen Rundweg, sondern nochmal über den Metallsteg. Insgesamt war es ein tolles Erlebnis und im nächsten Jahr werden wir uns auf jeden Fall die Partnach- oder Höllentalklamm vornehmen.

An dieser Stelle muss ich auch noch ein ganz großes Dankeschön an den Tourismusverband Alpenwelt Karwendel aussprechen.
Am Mittenwalder Klammkiosk gab es nämlich einen kleinen Plüschklammgeist zu kaufen, den ich mir dort noch nicht mitgenommen hatte, weil ich dachte is ja kein Problem, holste dir in Leutasch. Pustekuchen. Die Leutascher wissen ja noch nicht mal, dass es son Ding gibt.

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Etwas bedröppelt habe ich nämlich den Tourismusverband bei Facebook angeschrieben und die haben sich Postwendend an die Kioskbesitzer in Mittenwald gewandt und haben alle Hebel in Bewegung gesetzt mir so einen Klammgeist zu kommen zu lassen.

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So .. das ist jetzt aber lang geworden.
Ich lade euch jetzt noch Fix die Bilder auf FLICKR hoch und dann genießen wir unseren letzten Urlaubstag. 🙂

3 Gedanken zu “Urlaub Leutasch 2018 – Ein kleiner Weg durch die Kindheit

    1. Danke, hab auch wirklich etwas rumprobiert. Vor allem bis das Ding mal liegen geblieben ist. Ich werd mir das nächste mal aus dem Baumarkt nen Dichtungsring mitnehmen 😀 Konnte die Glaskugel leider nicht so häufig einsetzen, da die Sonne doch durchaus penetrant war 😀

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      1. ich habe mir ein Glasfüßchen besorgt und das ist ganz praktisch ! Mit der Sonne musst du aber aufpassen die Kugel wird sehr heiß und ich habe mir auch schon die Finger verbrannt !

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