Freitag 06.10.2017 Tag 5

Ein sehr leckeres Frühstück läutete den Freitag ein. Riet und Piet sind Gastgeber durch und durch. Bei dem morgendlichen Smalltalk hat sich herausgestellt, dass sie aus Holland sind und durchaus auch fließend Deutsch können. Trotzdem haben wir uns mit englisch durchgeschlagen 😉
Riet gab uns noch ein paar Ausflugtipps mit auf den Weg und dann brachen wir auch relativ zügig auf, da wir doch einiges an Strecke auf dem Programm hatten.
Das Carrick B&B gehört auf jeden Fall wieder auf die Liste, wenn wir auf die Skye kommen.

Bevor wir aus Broadford rausfuhren hielten wir noch beim Co-Op um unsere Wasservorräte aufzufüllen und dann fuhren wir auch schon Richtung norden.
Vorbei an kleinen Wasserfällen, deren Parkplatz ein Stückchen weiter die Straße hoch ist.

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Von dort aus ging es dann Richtung Sligachan, dessen malerische Straßenkreuzung durchaus bekannt ist.
Auf der Skye merkte man nun, dass hier der Tourismus boomt. Tourenbusse und Reisebusse wohin man sah.
Wir haben uns über diese Skye Tagestouren informiert. Sie kosten ca. 80€ pro Person und dauert ca. 8 Stunden. Man wird mit ca. 15-20 Leuten über die Skye gekarrt und rempelt alles mit einem relativ straffen Zeitplan durch. Wer nur einen Tag auf der Skye ist (was ich niemandem empfehlen würde), der kann das ruhig mal machen, der sollte aber nicht glauben, dass er viel Zeit hat für ein Foto. Zumal diese Busse anscheinend voll mit unseren Knipsfreudigen Japanischen Mitmenschen sind. Wirklich Klischeehaft werden sie aus dem Bus getrieben, machen zwei Fotos und schon werden sie auch wieder reingeschubst. Wie diese Mitmenschen teilweise gekleidet waren, war durchaus unvorteilhaft. Spätestestens am Sligachan war ich dankbar um meine festen Wanderschuhe. Weiße Turnschuhe und Highheels gehören hier bestimmt nicht hin.

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Am Wanderweg Richtung Wasserfälle war eine kleine Erhebung, auf der ganz viele kleine Steinstapel standen. Liebevoll aufgetürmt. Natürlich ein nettes Fotomotiv.
Als hinter uns der nächste Reisebus ankam und ein Rudel weißbeturnschuhter im laufen knipsender Menschen hinaustrat, flammte ganz kurz mein diabolischer Kern auf, der das dringende Bedürfnis äußerte diese Türmchen umzustoßen.

Aber wir sind ja keine Unmeschen 😉

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Von Sligachan führte uns der Weg nun Richtung Fairy Pools, worauf ich unglaublich gespannt war. Der Weg dahin gestaltete sich als durchaus … nennen wir es spannend.
Nachdem wir zuerst einfach diese Abzweigung nicht gefunden haben, weil wir schlichtweg nicht weitgenug gefahren sind, haben wir dann letztendlich mit hilfe unserer Handys die Richtige Strecke gefunden und ich kam in das Vergnügen meine erste richtige Hardcore Single Track Road zu fahren.
Ich muss sagen, es ist einfacher als ich dachte. Es gibt wirklich genug „Passing Places“, so geüfhlt alle 20m und wenn man ein bisschen vorrausschauend fährt, wartet man einfach einen früher und lässt den entgegenkommenden durchziehen. Genau so wie es für uns auch gemacht worden ist. Hier regiert wirklich die Höflichkeit und das vorrausschauende, umsichtige Fahren, wer das beherzigt und auch mal damit leben kann jemand anderen den Vortritt zu gewähren, der wird hier überhauptkeine Probleme haben. Außer Schafe.
Schottland, so habe ich festgestellt, muss 90% des Europäischen Schafbestands besitzen. Und sie sind überall. Gerade bei den Single Track Roads fahrt ihr ganz oft durch Tore mit Viehgattern in der Straße. Herzlich Willkommen im Schafgehege.
Die meisten Schafe gehen eigentlich relativ zügig aus dem Weg. Nur manche Prachtexemplare meinen dort ihre Mittagsruhe zu halten und brauchen einen Moment länger um ihre 4 Hufe zu bewegen.

Auf dem Weg zu den Fairy Pools wurde die Straße immer spannender. Eigentlich wurde hier auf unebene Hügellandschaft einfach ein bisschen Teer geschüttet, ohne vorher mal irgendwas zu ebnen. Nur so als kleine Vorwarnung ^^

Wir kamen am ersten kleinen Parkplatz vorbei, aber das war wohl nur ein Ausweichparkplatz für die Haupttouristenzeit. Im nachhinein wünschte ich mir, dass wir auf diesem Parkplatz geblieben wären. Der Hauptparkplatz war die Absolute Hölle, so dass ich kurzzeitig Angst hatte, dass ich hier nie wieder heile runter kommen würde, zumal dieser Parkplatz sehr sehr eng ist und diese Parkfläche nirgends annähernd „befestigt“ ist. Lieber laufe ich 10 Minuten länger, als auf diesen Parkplatz nochmal einen Reifen zu setzen.

Hier merkte man das Ausmaß der Regenfälle der letzten Tage multipliziert mit der Masse an Touristen erst so richtig. Der Boden war aufgeweicht, schlammig, morastig.
Leider sind wir nicht bis zu den oberen Fairy Pools gelaufen. Einerseits zum Glück, da der Weg lang und durchaus steil ist und ich im Hinterkopf hatte, dass ich doch dringlicher weise mal für kleine Mädchen musste. Andererseits war es dort höllisch voll und ich hatte ein bisschen die Zeit im Nacken, weil ich wusste, dass Neist Point auch nochmal ein guter Fußmarsch wird.

Somit haben wir uns nur an den vorderen Wasserfällen aufgehalten, wo es dann auch um meine Schuhe geschehen war und ich erstmal bis zu den Knöcheln einsank. Gut dass überall fließendes Wasser war um den gröbsten Matsch wieder abzuwaschen.
Aber ich muss sagen meine Schuhe haben die ganzen acht Tage nicht einmal Wasser durchdringen lassen.

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Irgendwie bin ich von diesem Parkplatz runtergekommen ohne hinter mir den Abhang abzurutschen und wir fuhren weiter Richtung Neist Point

Die Strecke zum Neist Point war etwas besser beschildert, zumindest anfänglich. Irgendwie schaffen es die Briten nicht eine durchgehend gleichbleibende Beschilderungsqualität auf ihren Straßen zu gewährleisten. Anfänglich sind die Sachen richtig gut und früh ausgeschildert, aber auf dem nächsten Teil der Strecke vermisst man dies durchaus kläglich. So spielten wir ganz oft mit unserer 50/50 Chance, dass wir richtig fuhren. Zwischendurch bestätigte uns dochmal ein kleines Schild, dass wir noch auf der Richtigen Straße waren.
Irgendwann auf der Strecke zum Neist Point fanden wir ein Schild dass uns auf ein schnuckliges kleines Cafe hinwies, bei dem wir uns endlich erleichtern konnten, sowie kurz innehalten konnten für eine kleine Stärkung in Form von Kaffee.
Zumal es hier oben keinerlei Empfang gab konnte man hier mal kurz das wichtigste durchschauen. In Schottland hat wirklich fast jedes Restaurant oder cafe freies Wlan. meistens stehen die Zugangsdaten irgendwo an einer Tafel.
Ich sollte auf dieser Strecke feststellen, dass der Weg zu den Fairy Pools Kindergarten war im Gegensatz zu dieser Strecke. Wind, kleine, enge bucklige Straßen, Schafe und gelegentlicher Gegenverkehr ließen uns den Weg über teilweise ganz schön schwitzen.

An einem Viehgatter, wo die Straße dahinter noch unliebsamer ausgesehen hat, hier gab es eine kleine Einbuchtung wo auch schon Autos standen, habe ich beschlossen das Auto stehen zu lassen und den Rest zu Fuß zu gehen. Was auch eine durchaus weise Entscheidung war, wie ich feststellen sollte. Kurz hinter dem Gatter ist auch schon der Parkplatz von Neist Point, der aber eigentlich nur aus abgefahrenen Seitenflächen neben der Single Track Road besteht. Schlaglöcher tief wie mein Unterarm und Matsch von den vielen Autos säumten diesen Weg und ich war sehr glücklich über meine Entscheidung.

Das Neist Point Lighthouse ist ein noch Aktiver Leuchtturm, der heute allerdings ohne Personal zurecht kommt, da er in den 90ern Automatisiert worden ist.
Auf dem steilen Fußweg über die hohen Klippen, die den Turm zu erst verdecken, sieht man aber immernoch die alten Versorgungsvorrichtungen in Form von alten „Lastaufzügen“.

ACHTUNG: Bitte geht nur zum Leuchtturm herunter, wenn ihr euch körperlich dazu in der Lage fühlt. eine der Treppen geht gute 100m steil hinab und ist durchaus schlüpfrig und schmal, da die Stufen nur in den Fels gehauen worden sind. Diese Steilstücke gibt es 2 mal hinauf und 2 mal hinab, bis ihr am endgütligen Leuchtturmhaus seid.

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Der Wind hat gepfiffen und etwas Niesel mischte sich dazu. Dick eingepackt um uns vor dem Wind und Niesel zu schützen griffen wir den Weg an. erst steil hinauf, dann die Treppe hinunter um hinterher wieder steil hinaufkraxeln zu müssen. Belohnt wurden wir mit einem wirklich tollen Ausblick.

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Leider war das Wetter absolut nicht für diesen Ort geeignet. Hier ist ein traumhafter Fotospot, der bei gutem Wetter bestimmt auch zum verweilen einläd.
Was allerdings ein paar Fischer nicht daovn abhielt, sich unten an die Klippen zu stellen und ihr Glück zu versuchen.


Nun ging es dran, diesen Weg, den wir hinuntergegangen sind auch wieder hinauf zu kommen. Dies stellte sich wirklich als durchaus anstrengend heraus. Als wir an dem Lastenaufzug ankamen, kam mir kurz die überlegung ob man mich da nicht einfach mit hinauf fahren könnte. Vor uns waren zwei deutsche Touristen, wo sie schon auf die selbe Idee gekomen ist. Da sich keiner der Männer dazu bereiterklärt hat, kletterten, krauchten und schnauften wir die Stufen hinauf.
Bitte nehmt euch meine Warnung oben zu Herzen! Es ist wirklich anstrengend und im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubend.

Erschöpft und nass erreichten wir unser Auto und machten uns so langsam auf den Weg nach Portree, wo wir unser nächstes B&B hatten. Eigentlich wäre für heute noch Coral Beach  auf der Agenda, aber da das Wetter absolut nicht offenter wurde und es auch schon auf 4 Uhr zu strichen wir dies von der Liste. Wir wollten es zudem vermeiden im Dunkeln zu fahren, da wir auch nicht wussten, wie ausgebaut die Strecke nach Portree nun ist.

Portree ist die größte Stadt auf der Skye und hier sammelt sich auch alles was Reisegruppe ist. Unser B&B ist etwas ausserhalb die Hauptstraße hoch und somit in schön ruhiger Lage.
Dieses Haus findet man auch nicht über Google, wie ich festgestellt habe. Nur auf ein paar Reiseseiten kann man sich rezensionen zu diesem Haus durchlesen.
Hier wurden wir sofort freundlich empfangen und gebeten unsere Koffer doch gleich mitzunehmen und die Schuhe im Vorraum zu belassen, da Schuhe nicht gestattet sind.
Was ich vollkommen nachvollziehen kann, denn so wie ich aussah, hätte ich mich selbst nirgendwo reingelassen und wenn man dann bedenkt, dass dort mehrere Menschen rein und raus spazieren kann ich mir durchaus vorstellen, dass dies in einer großen sauerei endet.
In B&Bs seid ihr Gast in Privathäusern, dies dürft ihr bitte niemals vergessen. Haltet euch also bitte tunlichst an die Regeln, die die Gastgeber aufstellen, dann habt ihr auch niemals Probleme mit ihnen.
Unser Zimmer war einfach ein Traum. Heimelig und gut ausgestattet. Auch hier sah es aus als sei es gerade erst vor kurzem neu eingerichtet worden. Moderne sanitäre Anlagen und zur Abwechslung mal ein 1,40m Bett, vielleicht auch 1,60m.

Wir nutzten das letzte um noch ein wenig die Stadt zu erkunden. hier merkte man im Touristenzentrum zu sein. Reisegruppen über Reisegruppen, diese meist aus dem östlichen Raum.
Nachdem wir uns sämtliche Speisekarten angeschaut hatten, landeten wir im „Isles Inn“

Gutes Essen und ein erstes Ale für meinen Holden. Ist wohl doch nicht so seins.
Gesättigt und müde, spazierten wir den Weg zurück zu unserem B&B wo uns eine wohlige Dusche und ein warmes Bett empfingen.

Tagessaldo: 42£

KM: 151

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