Montag 02.10.2017 Tag 1

3:00 Uhr … Die Nacht war kurz und unbequem und sie ist vorbei.
Der Wecker meiner Eltern klingelt und es ist Zeit. Eben nocht die Katzen versorgen, die wir am Vortag mit zu meinen Eltern gebracht haben, damit sie während unserer Abwesenheit gut versorgt sind, und dann ab ins Auto und losgedüst richtung Münchner Flughafen.
Flughafen Terminal 1, British Airways Check In 4:40 Uhr. Keiner da. Natürlich. Also warten.
Um 5 haben wir dann endlich unser Gepäck aufgeben können (haben auch 100000000 mal darauf geachtet, dass es bis Inverness durchgebucht wurde) und haben uns auf den Weg zum Sicherheits-Check-in gemacht. Wir konnten nicht durch den die große Hauptschleuse gehen, weil wir eine Passkontrolle benötigten zur Einreise nach England.
Da war natürlich noch keiner, also hieß es hier wieder: Warten.
Erfolgreich als Nicht-Schwerverbrecher begutachtet ging die übliche Strapaze los: Zipbäutäl und Läptopp? Schlau wie wir waren und da wir natürlich auch mit Aufgegebenen Gepäck geflogen sind, hatten wir kaum Zipbäutäl-Pflichtige Sachen dabei. Ich durfte natürlich meinen ganzen Fotorucksack auspacken. Laptop, Kamera, Objektive,… Schier endlos.
Nachdem alles erfolgreich wieder seinen Platz im Rucksack eingenommen hat und man sich wieder komplett bekleidet hatte (Jacke, Gürtel, Cardigan, was die nicht alles stört) ging es auf Kaffeesuche.
Ein bisschen Glück hatten wir. Da wir im kleinen Sicherheitsbereich waren, war die Größe des Duty-Free Bereichs eher spärlich somit gab es nur einen kleinen Imbissstand mit Kaffee, belegten Brezn und dem üblichen.
Hier haben wir auch sehr günstig Frühstücken können. Nur 24 € für 2 Kaffee, 2 belegte Brezn und 1 kleine Flasche Wasser… Schnäppschä …

Geboardet und alles in den Gepäckfächern verstaut standen wir dann noch eine gefühlte kleine Ewigkeit an Flughafen, da wir nicht starten konnten, aufgrund des dichten Nebels. Diese Situation ließ mir natürlich direkt alle Alarmglocken klingeln, da unsere Umsteigezeit in Heathrow doch durchaus begrenzt war und gerade mal eine gute Stunde betrug.
Mit 20 Minuten Verspätung rollten wir dann endlich Richtung Rollfeld und bekamen die Sicherheitshinweise in Form eines durchaus gelungenen Videos. Gandal, Professor Flitwick, Agent Scully und diverse andere Größen des Britischen Kinos gaben sich die Ehre.

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In London sind wir dann der Lilanen Leitschilder gefolgt Richtung „Connection Flight“ Zum Glück waren wir im selben Terminal, nicht dass das nicht schon groß genug ist, aber wenigstens hatten wir nicht den Stress noch mal quer durch über die Rollfelder zu müssen.
Erstmal durften wir aber noch durch eine weitere Passkontrolle und eine weitere Sicherheitskontrolle. Verständlich bei dem was im Moment gerade in London abgeht, aber das passte mir gerade garnicht in den Kram. Das Terminal 5 von Heathrow ist gefühlt so groß wie der gesamte Münchner Flughafen, weil er anscheinend noch 3 unterterminals hat. Na super… Zum Glück durften wir im Hauptterminal bleiben, durften aber natürlich auf die komplett andere Seite sprinten.
Erfolgreich zum Flieger gelangt, standen wir auch schon mitten im Boarding und wuselten uns in die nächste Blechbüchse.

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Endlich in Inverness angekommen atmeten wir erstmal tief durch. Der Flughafen Inverness ist nach München und London … ähm … putzig. Eine Hangarhalle und ein kleines Rollfeld. Die Passagiere gehen über das Rollfeld zu den Maschinen und von ihnen zurück. Beim Gepäckeinsammeln kam der erste Koffer direkt zu Anfang und der erste Stein fiel uns vom Herzen. Der Zweite Koffer ließ auf sich warten… und warten .. und warten.. Das Band stoppte und unser Koffer war immernoch nicht da.
Also auf zum British Airwaiys Check in, wo uns zum Glück weitergeholfen werden konnte. Unser Koffer ist aufgrund der zu knappen Zeit in London hängen geblieben, steht aber schon für die nächste Maschine nach Inverness bereit. Die nächste Maschine geht am nächsten Tag. Sie hat sich unser B&B aufgeschrieben und die unsere Kontaktdaten und unser Koffer sollte uns so schnell wie möglich nach Fort William gebracht werden. Unser Glück war, dass wir 2 Tage in Fort William schlafen würden.

Nächste Station: Europcar.
Da wir jetzt eh nichts mehr machen konnten außer warten und wir zum Glück unsere Koffer halb/halb gepackt haben, sind wir erstmal zu Europcar gegangen und haben unseren Leihwagen geholt. Die Dame bei Europcar war sehr nett und konnte auch ein bisschen Deutsch, so dass wir uns etwas besser verständigen konnten, nur leider war sie absolut unfähig irgendwelche Ausweise zu lesen, so dass wir ihr da eigntlich alles diktieren mussten, zumal sie nicht verstanden hat, dass deutsche Führerscheine nicht ablaufen. Zum Schluss hat sie natürlich probiert mir eine Versicherung anzudrehen, bis ich ihr aber dann mal klar gemacht habe, dass wir Versicherungstechnisch komplett in Deutschland über den Reiseveranstalter abgesichert sind. Mit dem Schlüssel zu unserem Peugot 108 sind wir aber erstmal Richtung KAFFEE marschiert.
Sitzen, Kaffeetrinken, 20 Minuten Pause. War sogar für Flughafenverhältnisse relativ Günstig. 1 Wasser, 2 Kaffee, 1 Eclair und irgendwas Pulled Pork warmgemachtes für meinen Holden kam uns 15,35 £

Gestärkt ging es dann erstmal das Auto abholen. Der kleine Schwarze Peugot 108 war relativ neu und hatte eigentlich allen möglichen Schnickschnack: Klimaanlage, Tempomat, Rückfahrkamera. Nur das Lenkrad auf der falschen Seite -.-  ^^
Die Übergabe verlief durchaus interessant. Er hatte hinten einen kleinen Parkrempler an der Heckstoßstange aber der Typ sagte nur, das sei bekannt und wir hätten eh Premiumservice, da is das wurscht. Verwundert stiegen wir ein … Sehr lockeres Völkchen hier. In Deutschland müsstest du jetzt 40 Seiten Papierkram durcharbeiten, dass da ein Kratzer an der Stoßstange ist und das 50 mal gegenzeichnen.

Also ging es los. Die Erfahrung Autofahren auf der Falschen Seite, konnte beginnen.
Ach du meine Güte… Auf der falschen Seite sitzen, fahren und auch noch mit der falschen Hand in die eigentlich richtige Richtung schalten ist einfach zu viel auf einmal.
Unsicher und sichtlich überfordert tuckerten wir los Richtung Fort George. Fort George ist eine Festungsanlage aus dem 18. Jahrhundert, erbaut um nach den Jacobitenkriegen das land zu befrieden, die als eine der wenigen noch nahezu komplett erhalten ist und sogar noch von dem heutigen britischen Militär genutzt wird.

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Fort George hat 18 £ Eintritt für uns zwei gekostet. Man hätte sicherlich auch so durchgehen können, aber so hatten wir einen Audioguide und eine kleine Karte und konnten uns etwas dazu erzählen lassen 😉 Ausserdem: Hey wir sind im Urlaub und solche sachen nimmst man nur einmal mit.

Von Fort George ging es dann weiter nach Cawdor Castle. Dachten wir zumindest. Aber es muss wohl wegen Renovierung oder sonst was geschlossen gewesen sein. Weil der einzige Weg den ich zum Parkplatz über Google gefunden habe, war abgesperrt.
Etwas genervt aber auch erschöpft haben wir dann die Suche aufgegeben und sind weiter nach Grantown-on-Spey zum ersten Hotel gefahren.

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Das Craiglynne Hotel in Grantown-on-Spey ist ein relativ altes Hotel.
Das hat man gemerkt. Die Ausstattung von diesem Ding war katastrophal.
Wir wussten zwar, dass wir von Hotels in Schottland nicht zu viel erwarten durften, aber das grenzte schon an Lächerlichkeit.
Zuersteinmal mussten wir allerdings hoffen, dass wir ein Zimmer bekommen würden, da denen unsere Buchung nicht vorlag. Zum Glück hatten die noch ein Zimmer frei in das wir uns einrichten konnten. War ja auch nur für eine Nacht.

Die Taschen reingebracht und das Auto geparkt haben wir erstmal den Ort erkundet und in einer ganz kleinen Buchhandlung, von einem älteren Seniorenpaar geführt, für 5 £ eine Straßenkarte erworben. Wir hatten zwar unsere ADAC-Karte und unsere Handys, aber die Karte vom ADAC war doch etwas Informationsdürftig und auf unsere Handys wollte ich uns nicht komplett verlassen, wegen Empfang und co.
Der Ort ist wirklich, wie man sich kleine Britische Ortschaften vorstellt, So richtig Harry Potter like. Die kleinen Häuschen artig aneinander gereiht. Die gepflegten Vorgärten und der Typisch britische Rasen.

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Nun ging es erstmal auf Futtersuche. Der Hunger kam dann doch mal durch 😉 Nachdem das Hotelrestaurant uns nicht wirklich was bieten konnte, was wir auch gegessen hätten, zu vernünftigen Preisen, schauten wir uns in der Stadt nochmal um. Wirklich viel haben wir nicht gefunden, da irgendwie selbst die Take-Aways schon um 17 Uhr dicht gemacht haben. Am Ende kehrten wir dann ins „The WeePuffin“ ein. Dies war ein kleiner netter .. naja kein Pub .. ein größeres Wohnzimmer für vielleicht 15-20 Gäste. Aber Sauleckeres Essen. Natürlich haben wir Burger gegessen. Das Fleisch war absolut ein Gedicht. Zum Nachtisch gönnten wir uns dann einen warmen Schokofudge mit Vanilleeis. Für 32,20 £ (35 mit Trinkgeld) haben wir gut gegessen und sind pappsatt da raus gerollt.
Schnell noch in den Örtlichen Lebensmittelmarkt und ein paar Kleinigkeiten für die Nacht und für die Fahrt geholt. Wasser, Kekse, Müsliriegel. 6,18£. Preise völlig ok und fast wie zu Hause.
Nun also ab ins Hotel: Duschen noch etwas TV schauen und dann schlafen.

Schön wär’s gewesen.

Die Sanitären Anlagen waren aus den 60ern, total veraltet. Duschen war wirklich ein Erlebnis. Die Wasserhähne dort haben ja eigentlich keinen Mischer, also war da an die Badewanne eine Duschvorrichtung mit Mischer angebracht, die es aber nicht geschafft hat, das Wasser so aus dem Duschkopf zu befördern, ohne dass man sich die Füße unten verbrannt hat, weil da noch Wasser aus dem regulären Hahn kam. Ausstellen war auch eher Zufall als können. Egal in welche Richtung man das Ding gedreht hat, Ausgegangen ist da nichts.
Der TV-Empfang glich einem Bunten Schneebild, wo man scharfe Konturen nur erahnen konnte und das auf allen 4(!) Sendern.
Also schmissen wir uns auf die Bretter, die sie Betten nannten und waren allerdings auch schwupps im Land der Träume.

Tagessaldo: 79,53 £ + 24€

KM: 61

Alle Fotos auf: FLICKR

Ein Gedanke zu “Montag 02.10.2017 Tag 1

  1. Sehr spannender Tag. Erinnert mich etwas an die Reisen mit meiner Frau ohne Kind. Freue mich schon, wenn solche Art Reisen wieder möglich sind. Bin gespannt auf die weiteren Tage.

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